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Tag der offenen Tür
Am Tag der offenen Tür am Freitag, 15. Februar, von 15 bis 18 Uhr, in der Leibnizschule,...
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Chronik der Leibnizschule      
                  
Erste Anfänge 1818 - 1843
Die Geschichte der Schule beginnt 1818 und ist in den ersten Jahrzehnten ein Teil nassauischer Schulgeschichte.

Sie ist eng mit der Heimatgeschichte der Stadt Höchst verbunden und zeigt schon allein durch die Schülerzahlen den
wirtschaftlichen Aufstieg von Höchst im 19. Jahrhundert.
Die Organisation des Schulwesens im ehemaligen Herzogtum Nassau beruhte auf dem landesherrlichen Edikt vom
24. März 1817. Nach Paragraph 6 soll nach vorgeschriebenen Lehrbüchern in zwei Lehrkursen, wöchentlich in dreißig Stunden, gelehrt werden: Deutsche Sprache mit Verfertigung schriftlicher Aufsätze, Naturgeschichte, Naturlehre, Erdbeschreibung mit Geschichte verbunden, Zeichnen, Schönschreiben, Mathematik, Technologie und einfache Buchhaltung. Die Aufnahme der Schüler sollte in der Regel im 13. Lebensjahr und die Entlassung dann stattfinden, wenn sie die in der Realschule vorgetragenen Gegenstände erlernt hatten.
Die Erwartungen in eine solche Anstalt wurden in der Ostern 1818 unter Leitung des Reallehrers Müller gegründeten Realschulen in Höchst nicht erfüllt. Die Schülerzahl, die am Anfang relativ groß war, ging von Jahr zu Jahr zurück. Sie betrug zu Beginn des Winterhalbjahres 1821/22 dreizehn, am 31. März 1822 nur noch sieben und wurde bereits am 3. April 1822 mit null angegeben, so dass die Schule schon nach vierjährigem Bestehen geschlossen werden musste.
Erst 1838 wurde die Errichtung von Realschulen wieder angeregt und Schulinspektor Vogelsang, Pfarrer zu Sindlingen, wurde aufgefordert, über das Bedürfnis einer Realschule zu Höchst zu berichten. Nach der Genehmigung durch Ministerialrescript wurde am 30. März 1840 verfügt: "Die künftigen Realschulen sollten zwar die in dem landesherrlichen Edikt vom 24. März 1817 verzeichneten Lehrgegenstände in den Unterricht aufnehmen, jedoch manche Modifikationen erhalten. So sollten sie
    •    die französische und englische Sprache aufnehmen und
    •    der Lehrkursus auf drei Jahre, in der Regel mit dem zurückgelegten 11. Lebensjahr beginnend und dem 14. schließend, erweitert werden."
Zunächst erhielt nun die in Höchst bestehende Privatanstalt des Kandidaten Christian Eichenhoff 1840 die öffentliche Anerkennung, so dass am 18. April 1842 eine in Verbindung mit der Eichenhoff'schen Privatanstalt stehende Realklasse mit 15 Schülern eröffnet werden konnte. Zwar machten die Schüler gute Fortschritte, sie waren jedoch in einem Zimmer der Eichhoffschen Wohnung völlig unzureichend untergebracht. Deshalb ordnete die Landesregierung durch Verfügung vom 19. November 1842 an, dass von Ostern 1843 ab eine für sich bestehende Realschule gegründet werde. Ein Raum für die Schule wurde von der Stadt in ihrem neu erworbenen Rathaus, dem vormaligen Gasthaus "Zum Weißen Roß",  Bolongarostraße 176, zur Verfügung gestellt. Im Jahr 1843 begann also die Schule eigenständig zu existieren, deren Nachfolgerin die heutige Leibnizschule ist.

Es geht aufwärts - die Schule bekommt einen Schulleiter
Die Schülerzahl stieg an und 1843 wurde das Eichenhoff'sche Privatinstitut mit der Realschule vereinigt. Eine zweite Klasse konnte eingerichtet werden; 1852 kam eine dritte Klasse hinzu. Der Unterricht in den alten Sprachen wurde in Parallelstunden eingeführt und erstmals Turnunterricht erteilt. Mit der Einstellung weiterer Lehrer konnten 1858 endlich in fast allen Fächern die inzwischen drei Klassen getrennt unterrichtet werden. In der 1. Klasse wurde Naturgeschichte, in der 2. Klasse Physik eingeführt und die Schülerzahl stieg auf 40. Reallehrer Ferdinand Ulrich wurde der Schule überwiesen, er wurde Dirigent, 1863 Realoberlehrer und blieb bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand im Oktober 1884 der verdienstvolle Leiter der Schule.

Mädchen erobern die "Höchster Realschule"
Am 12. März 1859 wurde nach längeren Verhandlungen genehmigt, dass von Ostern 1859 ab mit der Höchster Realschule nach den Grundsätzen der Koedukation eine höhere Töchterschule verbunden werde. Der zweite Abschnitt der Entwicklung begann "mit der beachtlichen Zahl von 62 Knaben und 22 Mädchen". Die Klassen wurden in allen wissenschaftlichen Fächern getrennt, die ältesten Schüler erhielten zusätzlich eine Wochenstunde Chemie. Bemerkenswert ist, dass die Schülerinnen an dem Unterricht in Mathematik, Physik und Chemie nicht teilnahmen. Für sie wurde ein Ausgleich durch vier Wochenstunden Industrieunterricht geschaffen, der an den freien Nachmittagen erteilt wurde. Es ist weiter bemerkenswert, dass das Schulgeld für die Knaben 15 Gulden, für die Mädchen 20 Gulden im Jahr betrug.
Im November 1861 erging das landesherrliche Edikt über die zukünftige selbstständige Stellung der Realschulen, nachdem diese Schulen unmittelbar der Landesregierung unterstellt, also dem Aufsichtsbereich der Schulinspektion entzogen wurden. Sie erhielten ihren eigenen, vom Gemeinderat zu wählenden Schulvorstand, dessen Sitzungen unter dem Vorsitz des Realschuldirigenten stattfanden.
Im Oktober 1862 wurde die Höchster Realschule als dreiklassige Lehranstalt eingerichtet, in der die obere Klasse zwei Jahrgänge umfasste. Die Realschüler erhielten einen gesonderten Religionsunterricht. Naturgeschichte wurde auf die beiden unteren Klassen, Geometrie auf die beiden oberen beschränkt, während die Fächer Algebra, Physik und Englisch nur den oberen Klasse angeboten wurden. Darstellende Geometrie wurde als wahlfreies Fach eingeführt, allerdings nicht für die Lateinschüler, die statt des französischen zunächst fünf, später sechs Wochenstunden lateinischen Unterricht erhielten, vom englischen Unterricht befreit waren und nur in der oberen Klasse sich dem Studium der französischen Sprache widmen konnten. Für die älteren Realschüler kam später Buchhaltung und Chemie (1866) hinzu.
Die Trennung der Mädchenschule von der Realschule wurde schon im Jahre 1869 gelegentlich in einer Revision durch den Regierungs-Referenten angeregt, weil sie weder den Interessen des Unterrichts noch der Erziehung entspreche; auch bei der Übersiedlung der Schule in das neue Rathaus wurde aufs Neue empfohlen, eine Trennung der Knaben und Mädchen herbeizuführen. Mit Rücksicht auf die entstehenden Mehrkosten wurde aber die bisherige Einrichtung des gemeinschaftlichen Unterrichts beibehalten. Trotzdem wurde 1874 eine private höhere Töchterschule gegründet, die im östlichen Teil des Bolongaropalastes untergebracht wurde; ihre heutige Nachfolgerin ist die Helene-Lange-Schule.

Die "Aktiengesellschaft Farbwerke" greift in die Geschicke der Schule ein
Daneben ruhten auch nicht die Bestrebungen, die auf eine Ausgestaltung der Realschule zu einer höheren Lehranstalt nach preußischen Grundsätzen gerichtet waren; sie mussten an Stärke gewinnen, je mehr mit dem Aufblühen der chemischen Industrie auch die Stadtgemeinde Höchst eine ungeahnte Entwicklung nahm und an finanzieller Kraft gewann. Verhandlungen über diese Angelegenheit führten 1884 endlich zum Ziel, indem der Herr "Minister der geistlichen Unterrichts- und Medizinangelegenheiten" seine Genehmigung zur Errichtung eines Realprogymnasiums erteilte, das Ostern 1884 mit der Klasse Sexta an Stelle der vierten Realschulklasse ins Leben trat und sukzessive die bisherigen Realschulklassen ersetzte und bis zur Obersekunda weitergeführt werden sollte.
Großer Verdienst an dieser Neuordnung der Schulverhältnisse gebührte der Aktiengesellschaft Farbwerke, vormals "Meister, Lucius und Brüning", die sich unter bestimmten Voraussetzungen unter Vertrag mit der Stadtgemeinde auf zehn Jahre verpflichtete, jährlich einen Betrag von 5000 Mark zu den Unterrichtskosten der Anstalt zu leisten, auch einen einmaligen Einrichtungsbeitrag von 3000 Mark zu zahlen. Außerdem übernahm die Gesellschaft eine Garantie des angesetzten Schulgeldertrages - 15.300 Mark - in der Weise, dass sie sich bereiterklärte, denjenigen Betrag an die Stadt zu zahlen, den diese durch Mindereinnahmen an Schulgeld von mehr als 17.550 Mark jährlich zu den Kosten des Realprogymnasiums zuzuschießen hatte.
So begann Ostern 1884 die Umwandlung der Realschule in das Realprogymnasium und die letzte Klasse der alten Realschule wurde Ostern 1887 geschlossen.

Das "Realprogymnasium" entsteht - die Mädchen verschwinden
Der Aufbau des Realprogymnasiums ab Ostern 1884 machte keinerlei Schwierigkeiten. Schülerinnen wurden nicht in das Realprogymnasium aufgenommen, das sich in den folgenden Jahren um je eine Klasse bis zur Obersekunda erweiterte. In der neuen Untertertia wurden Ostern 1887 Parallelkurse für den Gymnasialunterricht eingerichtet. Es sollte erreicht werden, dass nach einem erfolgreichen Abschluss der Obersekunda die Schüler in die Prima eines Realgymnasium oder eines humanistischen Gymnasiums eintreten konnten. Wer das Pensum der Untersekunda mit Erfolg absolvierte, erhielt die Berechtigung für den einjährigen, freiwilligen Militärdienst. Auch die anderen Berechtigungen, die den höheren Unterrichtsanstalten in der damaligen Zeit gewährt waren, wurden der Schule zuerkannt.
Nach der Versetzung des langjährigen Dirigenten der Realschule Ulrich 1884 in den Ruhestand übernahm der Gymnasiallehrer Joseph Mathi die Leitung der Schule. Über das Schuljahr 1884/85 liegt der erste gedruckte Jahresbericht vor.

Einzug in ein neues Haus
Ostern 1885 gilt als bemerkenswerter Zeitpunkt in der Entwicklung der Schule. Die seit Monaten geplante Vorschule zur Vorbereitung der Schüler für den Eintritt in die Sexta wurde mit zwei Klassen (3 Jahrgänge) und 45 Schülern eröffnet.
Der weitere Ausbau des Realprogymnasiums und die ständige Zunahme der Schülerzahl machten die Zuweisung weiterer wissenschaftlicher Lehrkräfte notwendig. Schon lange reichten die vorhandenen Räume zur Aufnahme der Klassen nicht mehr aus.

 Das Gebäude der Bürgermeisterei musste einen Teil der Schule unterbringen. Die ständig größer werdende Raumnot führte endlich Anfang 1889 zu den Beschlüssen der städtischen Körperschaften, des Gemeinderats und des Bürgerausschusses, auf dem an der Mainzer Straße (heute Luciusstraße) gelegenen freien Platz ein stattliches Schulgebäude zu errichten. Der Bau wurde noch im Sommer des gleichen Jahres begonnen. Am 2. Dezember 1890 erfolgte der feierliche Einzug in die neuen Räume; am nächsten Morgen wurde erstmals im neuen Schulgebäude unterrichtet.
In diesem Jahr fielen noch weitere wichtige Entscheidungen. Durch Erlass vom 17. Mai 1890 wurde die Anstalt als Realprogymnasium nebst Progymnasium anerkannt. Mit Anfügung der Obersekunda an die bisher geführten Klassen war die Entwicklung der Anstalt vorläufig beendet. Der kommissarische Dirigent der Schule, Oberlehrer Mathi, wurde am 23. 10. 1890 feierlich in sein neues Amt als Rektor eingeführt. Er leitete die Schule mit Umsicht und Geschick bis zum 31. März 1899. 
Über ein für die Schule wohl entscheidendes Ereignis sagt die Chronik folgendes aus: "Am 9. Januar 1898 gelangte seitens des Kgl. Provinzial-Schulkollegiums die Mitteilung hierher, daß der Minister der geistl. usw. Angelegenheiten zur Ausgestaltung des Progymnasiums zu einem Gymnasium sowie zur Umgestaltung des Realprogymnasiums zu einer Realschule die vom Kuratorium im Einverständnis mit den städtischen Behörden erbetene Genehmigung erteilt habe." Ostern 1898 wurde die Neuordnung in die Wege geleitet. In drei Jahren sollte die Entwicklung des Progymnasiums zum Gymnasium, in sechs Jahren die Klasse für Klasse vor sich gehende Umwandlung des Realprogymnasiums in eine Realschule beendet sein. Die Schule bestand dann aus drei Klassen Vorschule als gemeinsamem Unterbau, neun Jahrgängen Gymnasium und sechs Jahrgängen Realschule.
Ostern 1899 schied Direktor Joseph Mathi auf eigenen Wunsch aus seinem Amt aus, an seine Stelle wählte das Kuratorium den Oberlehrer Dr. Adolf Karl Lange. Im Winterhalbjahr wurden nacheinander die in dem Neubau befindlichen Klassenzimmer, das Lehrerzimmer, der Zeichensaal und die für die naturwissenschaftliche Sammlungen und die Lehrerbibliothek bestimmten Räume in Benutzung genommen. Auch der Erweiterungsbau der Turnhalle war am 21. November 1899 fertiggestellt.

Das erste Abitur
Der für die Zukunft der Schule entscheidende Ministerialerlass, nachdem die gymnasiale Abteilung der Anstalt als vollberechtigtes Gymnasium anerkannt wurde, trug das Datum des 19. Oktobers 1900. In der Zeit vom 31. Januar - 6. Februar 1901 fand die erste schriftliche Reifeprüfung statt, die mündliche am 20. Februar 1901 "unter dem Vorsitz des Kgl. Provinzial-Schulrats Dr. Pähler in Anwesenheit des Kuratoriums, des Herrn Bürgermeister Palleske". Sämtliche Abiturienten wurden auf Grund ihrer Klassenleistungen und der Ergebnisse der schriftlichen Prüfungsarbeiten von der mündlichen Prüfung befreit. 

Und das waren die ersten Abiturienten:
    •    Erdniss, Heinrich
    •    Hattemer, Friedrich
    •    Haub, Josef
    •    Rübsamen, Heinrich
    •    Schreiner, Johann
    •    Simon, Nikolaus

Das Schuljahr 1903/04 brachte den Abschluss der 1898 umgestalteten Schule durch die erste Schlussprüfung an der sechsklassigen Realschule. Die Anstalt hieß von nun an "Gymnasium nebst Realschule zu Höchst am Main". Im November 1904 verabschiedete sich Direktor Dr. Lange, sein Nachfolger wurde Professor Philipp Hafner. Bürgermeister Palleske, der Vorsitzende des Kuratoriums, stellte ihn am 1. Dezember 1904 dem Lehrerkollegium vor. 

Weiter meldet die Chronik:
    •    Herbst 1906 - Gründung des Gymnasial-Musikvereins
    •    Sommer 1907 - Durch das anerkennenswerte Entgegenkommen des Ruderclubs Nassovia Höchst am Main wurde die Anstalt in den Stand gesetzt, Erlernung und Ausübung sportgemäßen Ruderns unter sachkundiger Leitung und Beaufsichtigung zu ermöglichen.
Obwohl Ostern 1908 von den städtischen Kollegien beschlossen wurde, "zwei an das Gymnasialgrundstück anstoßende Grundstücke anzukaufen, um es zum Neubau der Turnhalle und einer Aula zu verwenden", ist es zu dem Bau der Turnhalle und Aula nie gekommen. Nachdem 1908 auch Frauen zum Universitätsstudium zugelassen worden waren, gab es in Höchst immer mehr Mädchen, die die Reifeprüfung ablegen wollten; sie besuchten seit 1911 nach Abschluss des Lyzeums die Oberstufe des Höchster Gymnasiums.

Der erste Weltkrieg verändert die Schule
Während zu Beginn des Schuljahres 1914/15 das Lehrerkollegium kaum Veränderungen erfuhr, mussten nach der Mobilmachung viele Lehrkräfte zum Heeresdienst einrücken. Noch während der Ferien konnten auf Grund der inzwischen ergangenen Ministerialerlasse von den fünfzehn Oberprimanern zwölf mit dem Zeugnis der Reife entlassen werden und in das Heer oder die Marine eintreten; viele Schüler meldeten sich als Freiwillige.
Durch die Einberufungen zum Heeresdienst oder zum ständigen Sanitätsdienst musste die Unterrichtsverteilung laufend verändert werden. Verschiedene Militärerfolge wurden in der Schule gefeiert. Schüler waren an Sammlungen und an der Zeichnung von Kriegsanleihen beteiligt. Der erste Tote des Kollegiums in diesem Krieg wurde im Oktober 1915 erwähnt; weitere folgten ihm. Wegen Kohleknappheit mussten die Herbstferien ausfallen und die Weihnachtsferien verlängert werden. Die Schüler mussten im Februar/März 1918 mehrfach als Hilfen der Stadt beim Entladen von Kartoffeln arbeiten.

Unter französischer Besatzung - 1919 - 32
Der Schulbetrieb wurde aus unterschiedlichen Gründen vielfach empfindlich gestört, so z.B. durch die Ausweisung einiger Lehrkräfte oder dadurch, dass die Turnhalle von der Besatzungsbehörde als Lagerraum belegt war. Der dadurch verursachte häufige Wechsel in der Leitung der Anstalt vermehrte die Schwierigkeiten:  Dr. Sieke legte am 22. Dezember 1923 die Leitung nieder; die an seine Stelle tretenden Studienräte wurden von der Besatzungsbehörde nicht genehmigt. Im Februar 1924 übernahm das dienstälteste Mitglied des Lehrerkollegiums auf Anweisung des Magistrats und mit Genehmigung der Besatzungsbehörde die Geschäfte des Direktors. Zur Einführung des neuen Direktors Dr. Heinrich Deiters fand am 14. Oktober 1924 eine Feier im Saal des Antoniterhofes statt.
Durch Erlasse wurde 1926 die Weiterführung der Umwandlung des mit einer Oberrealschule verbundenen Gymnasiums in Höchst am Main in ein Reformgymnasium genehmigt, auch sollte die erzieherische Einwirkung auf die Schüler "entpolitisierend auf das Schulleben" wirken; "das Tragen und Mitbringen von Abzeichen, Bändern und anderen Symbolen jeder Art in der Schule und bei Veranstaltungen der Schule ist untersagt". 
Die im Dezember 1925 gegründete Elternvereinigung nahm starken Einfluss auf Planungen in der Schule und unterstützte viele Veranstaltungen. Die Zahl der Mitglieder betrug erst 120. Es sollte aber erreicht werden, dass "sämtliche Eltern unserer Schüler es als Ehrenpflicht betrachten, der Elternvereinigung anzugehören und damit tätig auch an der Gesamtarbeit der Schule teilzunehmen. Der Mindestbeitrag im Jahre beträgt 3 RM.
"

Die Lehrräume für den naturwissenschaftlichen Unterricht erfuhren 1927 eine wertvolle Erweiterung durch die Einrichtung eines Arbeitszimmers für physikalische Schülerübungen. In dem geräumigen Zimmer befinden sich Arbeitsplätze für Schüler einer ganzen Klasse. Jeder Platz ist mit Zuleitung von Gas und Elektrizität versehen. In mehreren Schränken sind die notwendigen Geräte und Apparate untergebracht. Die Schüler können nunmehr in eigener Tätigkeit das physikalische Geschehen untersuchen und seine Gesetze feststellen. Der Eifer, mit dem sie sich dieser Arbeit hingeben, zeigt, wie wertvoll die Einrichtung für ihre Ausbildung ist. Es wäre wünschenswert, daß sich die Mittel für eine Vermehrung der Apparate fänden."
Im Juni 1927 wurde Oberstudienrat Dr. Schad mit einer Feier in sein Amt eingeführt.
Am 11. April 1928 wurde Höchst eingemeindet; es wurde zum Ortsteil von Frankfurt am Main. Für das Kollegium sowie die Schüler erschien in diesem Jahr ein Hoffnungsschimmer am Horizont. "Es ist jedoch zu erwarten, daß die Anstalt mit Beginn des Schuljahres 1931/32 in die seither von den Besatzungstruppen belegte Kaserne übersiedeln kann." Dies war leider nur ein Traum, wie sich bald herausstellte. Im Januar 1931 änderte sich bereits wieder die Leitung der Schule; Oberstudiendirektor Dr. Oehlert übernahm das Amt des Leiters des Reformgymnasiums und der Oberrealschule Frankfurt a. M. - Höchst, die Stelle des Vertreters wurde im Juli 1932 mit Studienrat Klöckner besetzt.

Schule und Unterricht 1933 - 1945
Aufgrund des Paragraphen 4 "Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums" vom 7. April 1933 wurden durch Verfügung des Ministers verschiedene Lehrkräfte entlassen, andere "zurückversetzt".
Die Chronik lässt erkennen, dass in dieser Zeit der geordnete Unterrichtsablauf enorm gestört und die Arbeit sehr erschwert war, so z.B. durch die Vielzahl von Einberufungen zu militärischen Übungen. Infolge des Kriegsausbruchs 1939 ruhte der Unterricht vom 1. - 25. September vollständig und konnte, da zunächst kein Ersatz für die eingezogenen Herren da war, nur stark verkürzt gegeben werden. Durch Beschlagnahme von acht Klassenräumen für eine Rettungsstelle und ein Ernährungsamt konnten die Klassen nur tageweise unterrichtet werden, ab Oktober wurde Vor- und Nachmittagsunterricht eingeführt. Da die Schule militärisch belegt war, fand oft auch kein Unterricht statt; auch wegen Kohlemangels musste Unterricht ausfallen
Das Schuljahr 1944/45 stand unter dem Eindruck ständiger Alarme, der Großangriffe auf Frankfurt am Main, des Einsatzes der Klassen 6 und 7 als Luftwaffenhelfer und der Verlegung der Klassen 1 bis 5. Ein Teil der Schüler wurde von ihren Eltern in Orten Innerdeutschlands und des Sudentenlandes untergebracht.
Nach dem verheerenden Angriff vom 22. März 1944 auf Frankfurt am Main wurde das Anstaltsgebäude für 14 Tage als Obdachlosenunterkunft eingerichtet. Am 25. März wurden die Klassen 3a, 3b, 4a und 4b nach Hachenburg abtransportiert und dort sowie in Ober- und Niederhattert und Nister in Privatquartieren untergebracht, es folgte Klasse 2a nach Oberhattert. Die Klassen 1a, 1b, 2b, 5a und 5b wurden am 6. April 1944 in der Jugendherberge Rüdesheim untergebracht. Die in Höchst verbliebenen Lehrer übernahmen den Unterricht bei den in der Umgebung eingesetzten Luftwaffenhelfern unserer und fremder Anstalten. Der Unterricht in den oberen Klassen, der nach dem Angriff vom 22. März untersagt war, konnte am 17. Mai 1944 wieder aufgenommen werden.
Bis Anfang 1945 waren auf Drängen der Eltern fast alle Klassen nach Höchst zurückverlegt worden. Die Höchster Anstalt wurde vom 10. - 26. Februar 1945 von der Feldpost belegt. Tägliche Alarme machten bald einen geregelten Unterricht unmöglich. Immer weniger Schüler kamen zur Schule. Letzter Schultag war der 22. März 1945, acht Tage vor dem Einrücken der Amerikaner.
Auf Anordnung der Militärregierung wurden im August 1945 mehrere Lehrer aus dem Dienst entlassen.

Über die Verfolgung jüdischer und politisch „unliebsamer“ Kollegen und Schüler enthielt die Chronik der Schule nichts. Eine Schülerarbeitsgruppe hat sich im Schuljahr 2001/02 mit der Verfolgung von Lehrern und Schülern im Nationalsozialismus beschäftigt. Das Ergebnis ist hier eingefügt.

Nationalsozialismus und Verfolgung 1933 - 1945
Unterricht und Hitlerjugend: In den Jahren 1933 bis 1945 galt allgemein, also auch für die Oberschule Höchst, ein streng nationalsozialistisch ausgerichteter Lehrplan. Das 13. Schuljahr entfiel auf Grund wehr- und wirtschaftspolitischer Erfordernisse. Priorität hatte hierbei, den deutschen Schülern näher zu bringen, dass sie das „Herrenvolk“ sind. Dies wurde in Fächern wie Rassenkunde und Vererbungslehre vermittelt. Im Fach Deutsch wurden ab 1940 hauptsächlich Aufsätze zu den Themen „Krieg“ und „Nationalsozialismus“ behandelt.

Beispiele:
    •    Fliegeralarm
    •    Der Krieg als Erzieher
    •    Ist im Krieg das Material oder der Mensch entscheidend?
    •    Welche Werte gab mir der Dienst in der Hitlerjugend (HJ)?

Ein weiterer Schwerpunkt des Lehrplans war die sportliche Ertüchtigung der Schüler, die der Vorbereitung auf den Krieg diente. Die Agitation und Aktivitäten der HJ, der seit Mitte der 20er Jahre bestehenden Jugendorganisationen der Nationalsozialisten, sorgten dafür, dass der Nationalsozialismus auch in der Schule gegenwärtig war. In der HJ wurden viele Feste veranstaltet und fast alle Sportarten angeboten. Deswegen waren wohl auch schon 1933, als der Eintritt in die HJ noch freiwillig war, drei Viertel aller Schüler der Oberschule Höchst in der HJ vertreten.
    •    Die HJ war ab 1943 Pflicht für Jugendliche zwischen 10-18 Jahren und hatte Priorität vor der Schule. Die Schüler übernahmen Funktionen als Hilfspolizisten und bei der Feuerwehr.
    •    Schüler wurden oft von der Schule befreit, um in die HJ zu gehen. Oft konnten die Schüler nicht am Unterricht teilnehmen, weil sie von Ausflügen oder Ähnlichem erschöpft waren.
    •    Ab dem 25.09.1939 wurden Lehrer von der Oberschule Höchst für den Kriegseinsatz abgestellt. Da insgesamt 15 Lehrer fehlten, konnte in dieser Zeit nur teilweise Unterricht gegeben werden. Acht von ihnen waren beim Heeresdienst, sechs bei der Lebensmittelversorgung der Soldaten und einer bei der Untersuchungsstelle.

Judenverfolgung (während der NS-Herrschaft) an Schulen
Als 1933 die Nationalsozialisten in Deutschland an die Macht kamen, hatte dies Auswirkungen auf das Verhältnis zwischen deutschen und deutsch-jüdischen Mitgliedern der Schule. Dies galt gleichermaßen für Lehrer wie für Schüler. Im Verlaufe des Jahres 1933 wurden alle jüdischen Lehrer von den Schulen verwiesen - aufgrund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums. Noch im gleichen Jahr trat eine neue Regelung in Kraft, die besagte, dass der Anteil der jüdischen Schüler an deutschen höheren Schulen nicht über 1,5 Prozent betragen dürfe. 
Alle jüdischen Schüler, die deswegen von den Schulen verwiesen wurden, gingen nun auf jüdische Schulen, wie z.B. das Philanthropin in Frankfurt. Das Ziel dieser Schule war es „sowohl das Deutschtum als auch das Judentum (zu) lehren“ und die Schüler zu „Idealen (zu führen), die auf Nation und Religion hinausgehen.“ (Zitat eines Professors des Philanthropin; Quelle: Frankfurter Stadtarchiv) Lehrer wurden nicht nach Qualifikation und Leistung beurteilt, sondern nur danach, ob sie Juden oder "jüdisch-versippt" (d.h. mit einem Juden/einer Jüdin verheiratet) waren, wie z.B. Paul Salomon und Dr. Karl August Meissinger, die beide als Lehrer an der Schule tätig waren. Erstgenannter hatte sogar für Deutschland im 1.Weltkrieg gekämpft und damals schon vorgeschlagen, die Schule nach dem großen Mathematiker und Philosophen Leibniz zu benennen, dessen Namen unsere Schule heute trägt. Paul Salomon und Dr. Karl August Meissinger galten beide als hervorragende und sehr kompetente Lehrer, über die wir heute vielleicht an unserer Schule noch mehr wüssten, wenn die Nationalsozialisten sie aufgrund ihrer jüdischer Herkunft nicht der Schule verwiesen hätten.
Aus politischen Gründen erhielt im Zuge der neuen Gesetzgebung sogar der Direktor der Schule Richard Dehlert wegen seiner „Linksgesinnung“ (Quelle Stadtarchiv) eine Zurückweisung durch das Stadtschulamt.
Den Text verfasste die Arbeitsgemeinschaft Schulgeschichte Schj. 2001/02: Oliver Büttner, Christian Balz, Richard Mükusch, David Pumpeltes unter der Leitung von Michael Fischer

Neubeginn
Nach der Besetzung von Höchst durch amerikanische Truppen am 29. März 1945 wurden die Schulgebäude beschlagnahmt und waren bis auf kurze Unterbrechungen von der amerikanischen Armee, dem amerikanischen Roten Kreuz oder der Militärpolizei belegt. Es gelang einigen Kollegen und Schülern, das gesamte noch vorhandene brauchbare Material der physikalischen, chemischen und biologischen Sammlung, die Bestände der Büchereien, die Karten, wertvolles Aktenmaterial und einen großen Teil der Bänke, Tische, Stühle und Turngeräte zu bergen und in benachbarten Gebäuden unterzubringen. Am 7. Januar wurde der Unterricht für durch den Krieg geschädigte oder aus Gefangenschaft heimgekehrte Schüler mit Reife- oder Vorsemestervermerk eröffnet. Nach und nach konnten immer mehr Klassen ihren Unterricht wieder aufnehmen. Im April 1946 wurden alle Schüler in die nächsthöhere Klasse "überschrieben". 
Nachdem am 26. April in den drei Räumen des Jugendheims und zwei Räumen der Kirchschule für 16 Klassen ein lebhafter Schichtunterricht eingesetzt hatte, traf die von Lehrern und Schülern in gleicher Weise begeistert aufgenommene Nachricht ein, dass der Höchster Ortskommandant am 23. April 1946 sämtliche Schulgebäude für die Zwecke des Unterrichts freigegeben hatte. Nach der Desinfektion und der gründlichen Reinigung aller Räume zogen das Realgymnasium für Jungen und das Realgymnasium für Mädchen am 3. Mai in das Schulgebäude des "Gymnasiums" ein.
Am 21. Juni fand die Sonderreifeprüfung des halbjährigen Reifelehrgangs statt, alle 22 Teilnehmer bestanden; der letzte dieser Sonderlehrgänge wurde am 17. März 1947 mit der Reifeprüfung beendet.

Das Gymnasium erhält den Namen Leibnizschule
Am 1. Juli 1946 wurde in allen Klassen der vor 300 Jahren erfolgten Geburt des großen Leibniz gedacht und später von der Konferenz beschlossen, für das Höchster Realgymnasium für Jungen die Genehmigung des Namens "Leibniz-Realgymnasium" zu beantragen. Ab 1947 begann eine Zeit geregelter, fruchtbarer Arbeit, die nur durch völlig unzureichende Raumverhältnisse in einem Schulgebäude, das inzwischen ein hohes Alter erreicht hatte, beeinträchtigt wurde. 
In den folgenden Berichten werden immer wieder die verschiedensten Wandertage, Klassen- und Studienfahrten erwähnt: "Häufig weilten die Quinten (Klasse 6) zu einem Aufenthalt im dem städtischen Kinderdorf auf der Wegscheide bei Bad Orb, um dort drei Wochen lang von ihren Lehrern unterrichtet zu werden, täglich wandern zu können oder sich sportlich zu bewähren. Es ging hier vor allem um die Pflege der Klassengemeinschaft, um die Festigung des Vertrauens zwischen Lehrer und Schüler, um das gegenseitige Verständnis füreinander.
"Die erste der mehrtägigen Studienfahrten führte die Oberprimaner 1949 in die Benediktinerabtei Maria-Laach, wo sich der Abt selbst um geeignete Führungen und Vorträge bemühte. Der katholische Religionslehrer Höckel hatte diese Fahrt sorgfältig vorbereitet. Von 1954 ab unternahm Rektor Höckel alljährlich mit Schülern der Oberstufe, denen sich oft Eltern und Mitglieder des Kollegiums anschlossen, eine Studienfahrt nach Rom, Florenz, Assissi, Castel Gandolfo, Subiaco, Frascati, Tivoli.
Es kam für die Schule zu nutzbringenden Schüleraustauschen, zunächst 1955 und 1956 für Schüler der Mittelstufe mit der Grammar-School in Dartford/England, später mit der Grammar-School in Cheltenham, von 1958 ab auch für Schüler der Oberstufe mit dem Lycée Vaugelas in Chambery/Savoie , was dem Verständnis zwischen den jungen Menschen und ihrer sprachlichen Ausbildung zugutekam.
Als förderlich für den Austausch wurde von den Eltern, Lehrern und Schülern vermerkt, dass gemäß Ministerialerlass Ostern 1959 eine Klasse für die Sprachenfolge Französisch, Englisch, Lateinisch eröffnet wurde.
Das zehnjährige Jubiläum des Austauschs mit dem Lycée Vaugelas wurde in besonderer Weise gefeiert. Der Bürgermeister der Stadt Chambery hatte Ende Juni 1967 während des Aufenthalts der deutschen Schüler die Leiter beider Schulen, die beteiligten Lehrer und den Bürgermeister der Stadt Frankfurt zu den Feierlichkeiten eingeladen. In Anerkennung seiner Bemühungen um die deutsch-französische Freundschaft wurde dem Initiator des Austauschs, Studienrat Sittig, die Ehrenplakette der Stadt Chambéry und ein Jahr später im Auftrag der französischen Regierung der Orden der "Palmes Académiques" überreicht.
Besonderes Interesse bei den Eltern, aber auch allgemein in der Bevölkerung, fanden die zahlreichen Schüleraufführungen, die vielen Konzerte von Chor und Orchester und die Ausstellungen, auch auf internationaler Ebene, von Schülerarbeiten, die im Kunstunterricht entstanden waren. Weiter vermerkt die Chronik: "Um die Schüler in den Tagen des Faschings von der Straße und sie gefährdenden Karnevalsfesten fernzuhalten, veranstaltete die Schule unter der Zustimmung des Elternbeirats in ihren Räumen von 1952 ab am Rosenmontag und Fastnachtsdienstag ein Faschingstreiben, am Rosenmontag nachmittags für die Klassen Quarta bis Obertertia, abends für die Eltern und älteren Schüler, am Dienstag nachmittags für die Sextaner und Quintaner, abends für die Vereinigung der Freunde der Leibnizschule, die im September 1950 gegründet worden war.
Am 29. Dezember 1951 wurde aus dem zunächst losen Zusammenschluß eine feste Gemeinschaft von Eltern und ehemaligen Schülern, die unter dem langjährigen Vorsitz des Arztes Dr. Adolf Brandt, später des Landrats Dr. Valentin Jost, zu hoher Blüte kam."
Recht vorteilhaft wirkte sich das gute Verhältnis zwischen der Direktion der Farbwerke und der Schule aus. Lehrer und Schüler wurden zu vielen Veranstaltungen in das Kasino der Farbwerke, die Oberprimaner alljährlich zur Besichtigung mit anschließendem Umtrunk eingeladen. Jeweils zwei bis drei Oberprimaner erhielten vor der Reifeprüfung aus den Mitteln einer Stiftung die Vergünstigung, ein bis zwei Wochen zum Studium des Deutschen Museums und zum Besuch anderer Sehenswürdigkeiten in München zu verbringen. Die naturwissenschaftlichen Sammlungen wurden von Zeit zu Zeit durch willkommene Zuwendungen bereichert. Der Leiter der Schule gehörte damals auch dem Kuratorium der Studienstiftung der Farbwerke an. 
Die Schüler beteiligten sich mit großem Erfolg an fast allen Sportkämpfen der Schulen Frankfurts, an vielen Sportveranstaltungen der Vereine, sie konnten durch ihren Einsatz viele Preise gewinnen. Auch die Ruderabteilung, die von dem Höchster Verein Nassovia betreut wurde, war noch immer erfolgreich.

Das neue Schulgebäude in der Gebeschusstraße
Der Neubau der Schule war immer dringender geworden. Das 1890 erbaute und 1899 erweiterte Gebäude konnte mit seinen 17 Klassenräumen und drei als Klassenräume benutzten Sammlungsräumen die zuletzt bestehenden 25 Klassen nicht aufnehmen, so dass die Schule zum Schichtunterricht gezwungen war, bis das Schulamt der Stadt von Ostern 1958 ab für die vier Klassen Quarta und Obersekunda Räume des Pfarrheims der katholischen Gemeinde mietete.
Am 2.Juni 1958 wurde auf dem 12.000 Quadratmeter großen Gelände zwischen Gebeschus- und Peter-Bied-Straße mit dem Neubau der Leibnizschule begonnen.  Am 7. März 1960 fand der erste Unterricht in dem neuen Gebäude statt.
Oberstudiendirektor Klöckner, langjähriger Leiter der Schule und ehrenamtlicher Stadtrat im Magistrat, wurde im März 1962 in den Ruhestand versetzt und erhielt in einer Feierstunde die Ehrenplakette der Stadt, sein Nachfolger wurde Oberstudiendirektor Denger.
Ab 1962 ermöglichten neue Bildungspläne in Hessen die Wahl zwischen fremdsprachlichen, naturwissenschaftlichen und musischen Schwerpunkten in Klassen 11, die hessischen Schulreformpläne veränderten die Schullandschaft. Die Schülerschaft gab ab 1967 eine Schülerzeitschrift, den " Leibniz-Kurier", heraus. Dieses Sprachrohr der Schülerschaft sollte eine Tradition begründen, die mit der Herausgabe des "Gottfried Wilhelm" später fortgesetzt wurde. Da die Schülerzahl ständig stieg, wurden 1967 vier Baracken ("Pavillons") mit insgesamt acht Klassenräumen auf dem Schulhof errichtet, Räume der Hostato- und Justinuskirchschule sowie des Volksbildungsheims mussten mitbenutzt werden. Aufgrund des Lehrermangels fiel ein erheblicher Teil des Unterrichts aus, "Wanderklassen", "Wanderlehrer" und die Einführung des Nachmittagsunterrichts brachten Unruhe in den Schulalltag. Das Fach "Verkehrserziehung" wurde eingeführt, später entstand daraus das von den Schülern heißgeliebte "Auto auf dem Schulhof" - mit einem richtigen Fahrzeug zum Erlernen der Grundbegriffe des Autofahrens und der Verkehrssicherheit.
1968 tauchte erstmals der Gedanke eines Neubaus gegenüber der Leibnizschule auf, da die ständig wachsende Schülerzahl dies notwendig erscheinen ließ. Später gab das Kollegium seine Zustimmung zum Neubau eines Schulzentrums "unter der Voraussetzung, daß die Leibnizschule in der zur Zeit bestehenden Form erhalten bleibt." 
Das 125-jährige Jubiläum der Schule im Jahr 1968 fiel in die Zeit der Studentenunruhen und "antiautoritären" Schülerbewegungen, so wurde auch die akademische Feier der Schule durch Flugblattwerfer gestört. Der Ball in der Jahrhunderthalle, organisiert vom "Verein der Ehemaligen", und das zum Fest erschienene Jahrbuch fanden jedoch allgemein guten Anklang.
Das Jahr 1969 stand unter dem Eindruck der Diskussion um die Oberstufenreform. Die Gesamtkonferenz erarbeitete einen Entwurf zur Neugestaltung der gymnasialen Oberstufe, der die bisherige Unterrichtsorganisation wesentlich verändern würde. Das Kurssystem sollte den Schülern Wahlmöglichkeiten bezüglich Fächern und Lehrern bieten. Das Kollegium beschloss, mit Beginn des Schuljahres 1970/71 die Oberstufenreform als Schulversuch mit einem Vorbereitungskurs einzuleiten.
Die Auseinandersetzungen innerhalb des Kollegiums waren einerseits fruchtbar, andererseits empfanden sie manche als Störung der pädagogischen Arbeit. Konflikte entstanden zwischen "fortschrittlichen" Kollegen und dem Schulleiter, Generationsunterschiede und eine zunehmende Politisierung im Kollegium machten sich bemerkbar. 
Hinzu kam, dass sich Veränderungen im Höchster Schulsystem andeuteten: eine "Baukommission", gebildet aus Kolleginnen und Kollegen der Leibniz- und der Helene-Lange-Schule, beriet über den Neubau der "Studienstufe des Schulzentrums Frankfurt/M.-Höchst", die immer weiter ansteigende Schülerzahl drängte auf die Lösung der Raumprobleme. Bis 1975 erwartete man einen Anstieg von 247 auf 550 Oberstufenschüler, die Zahl der Klassen sollte von 15 auf 38 ansteigen.
Diese hohen Schülerzahlen schienen nicht mehr mit der gerade angelaufenen Oberstufenreform vereinbar, zumal sich Verzögerungen beim Neubau des Oberstufengymnasiums ergaben. Die Oberstufenreform wurde daher nach nicht einmal einem Schuljahr abgebrochen; zwar sollte für die bestehende Jahrgangsstufe 11 das Reformprogramm bis zur Reifeprüfung durchgehalten werden, die neue 11 aber wieder im Klassenverband unterrichtet werden. Dieser Entschluss erregte Bedenken bei den Eltern, die sogar einen "Warnstreik" vorschlugen, schließlich aber doch die Entscheidung respektierten, die im Wesentlichen von den mangelnden räumlichen und personellen Voraussetzungen diktiert war.
Eine räumliche Verbesserung brachte der Bau eines weiteren Gebäudes auf dem Schulgelände im Jahr 1971, des sogenannten "IPI-Baus". Er steht noch heute. 1972 fand dann der 1. Spatenstich für das zukünftige BIKUZ statt, eine gemeinsame Oberstufe für die beiden Höchster Gymnasien sollte entstehen.
Die Planungsgruppe "BIKUZ" bereitete die weitreichenden organisatorischen Veränderungen und die Einführung des Kurssystems zum 1. Februar 1974 vor. Oberstudiendirektor Denger, der bisherige Leiter der Schule, ging am Ende des Schuljahres 1972/73 in den Ruhestand, Studiendirektor Perscheid wurde zu seinem Nachfolger ernannt. Er leitete die Schule bis 1992.
Die folgende Zeit war durch starken Schülerzustrom aus dem Main-Taunus-Kreis infolge der Einführung der flächendeckenden Förderstufe für alle Schüler dieses Kreises in den Klassen 5 und 6 sowie durch viele Fragen und großen Verunsicherungen der Kollegen und Schüler im Zusammenhang mit der neuentstehenden Oberstufe gekennzeichnet.

Die Leibnizschule verliert die Oberstufe und gewinnt die Mädchen zurück
Am 1. Februar 1975 begann mit Verspätung schließlich doch im BIKUZ der Unterricht für die Schülerinnen und Schüler der Klassen 11 bis 13 der beiden Höchster Gymnasien, "die Mädchen und Jungen sind nach langen Jahren der Trennung zumindest räumlich wieder vereint" (seit 1884). Sie wurden im Kurssystem unterrichtet, d.h. sie wählten nach bestimmten Auflagen Leistungs- und Grundkurse sowie ihre Lehrer; der Klassenverband wurde aufgelöst.
Auch für die Lehrkräfte beider Schulen änderte sich einiges. Es entstanden drei Kollegien mit eigener Verwaltung, die Kollegen unterrichteten normalerweise an einer Mittelstufenschule und an der Oberstufe; das ganze Gebilde nannte sich dann "Schulverbund". An beiden "Restschulen" wurden ab sofort Mädchen und Jungen gemeinsam unterrichtet.
Zu diesem Zeitpunkt begann eine weitere neue Etappe für die Schule, eine Situation, in der sie schon vor vielen Jahren einmal war; sie war wieder zur Mittelstufenschule geworden und ist es auch bis in die heutige Zeit geblieben. Der Beschluss des Stadtparlaments 1977, die Förderstufe für die Schulen der Stadt Frankfurt/M. verbindlich einzuführen, gefährdete erneut das Bestehen der Leibnizschule, sollte sie etwa auch noch die Klassen 5 und 6 verlieren.
Mit der gleichen Problematik (der flächendeckenden Förderstufe) musste sich die Gesamtkonferenz 1984 nochmals auseinandersetzen, da ein großer Teil des Kollegiums an umliegende Schulen abgeordnet werden sollte. Der Wahlausgang in Hessen bewahrte die Schule davor.
In den Jahren 1978 - 1982 fehlte es an Lehrkräften - Unterricht musste bis zu 20% ausfallen - die Räumlichkeiten reichten nicht aus. Inzwischen wurden ca. 1600 Mittelstufenschüler in 50 Klassen unterrichtet. Die Leibnizschule musste Räume an der Fridtjof-Nansen-Schule in Frankfurt-Nied und an der Karl-von-Ibell-Schule in Frankfurt-Unterliederbach für die Schüler der Klassen 5 und 6 anmieten; schließlich wurden sogar Räume von der Gesamtschule in Schwalbach/Ts. angeboten. 
In den folgenden Jahren sank die Schülerzahl, ein für die Schule fast unbekanntes Phänomen. Schmerzlich war der Abschied von einigen engagierten Kolleginnen und Kollegen, die aufgrund der verminderten Schülerzahl an andere Schulen versetzt wurden. Andererseits schien die Leibnizschule jetzt auf ein menschliches Maß zu schrumpfen, die Arbeitsbedingungen verbesserten sich für alle Beteiligten langsam, pädagogische Möglichkeiten, für die früher weder Zeit noch Platz war, eröffneten sich.
Chor und Orchester bekamen einen festen Platz im Schulleben, die traditionellen Weihnachtkonzerte in der Stephanuskirche und die Sommerkonzerte in der Schule fanden immer großen Anklang. Die Theatergruppe spielte sehr erfolgreich und vertrat verschiedentlich bei Schultheatertreffen unsere Schule erfolgreich. Auch die Schülerzeitung, jetzt unter dem Namen "Gottfried Wilhelm", wurde wieder herausgegeben.
Dem dringenden Wunsch der Elternschaft nach Einführung eines Betriebspraktikums konnte im Jahr 1988 nachgekommen werden. Schülerinnen und Schüler der  Klassen 9 arbeiteten für drei Wochen in Betrieben und Dienstleistungseinrichtungen, um erste Erfahrungen im Leben außerhalb der Schule zu sammeln.

Die Chronik der Schule, veröffentlicht auf unserer alten Homepage (Verfasser unbekannt), endete hier und wurde mit leichten sprachlichen Änderungen übernommen.
Gez. S.Pressler (Schulleiterin)

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